Samstag, 21. Februar 2015

[Rundreise 2014] Baseball und Hiroshima Okonomiyaki

An meinem zweiten Tag in Hiroshima stand ein Treffen an, auf das ich mich sehr gefreut hatte, weswegen ich aber auch sehr aufgeregt war. Im Spätsommer 2012 hatte ich für Yokoso News zwei Musiker aus Hiroshima interviewt, die in einer Kirche in der Nähe meines Wohnortes ein Konzert gegeben hatten – Bericht hier. Wir hatten uns damals versprochen, dass wir uns wiedersehen, wenn ich mal nach Hiroshima komme. Aufgrund eines Konzertes in Oita (Kyushu), konnte leider Chishima nicht kommen, aber mit Osedo und seiner Frau war ich am Abend verabredet.

Anfangs hieß es, dass ich zum Tonstudio kommen sollte. Demnach machte ich mich auch auf den Weg, denn das war von meinem Hostel etwa eine halbe Stunde zu Fuß entfernt. Allerdings bekam ich unterwegs per Handy die Nachricht, dass wir uns doch am Hostel treffen. Also ging ich den Weg wieder zurück. Dort angekommen, war Osedo schon im Hostel und hatte nach mir gefragt. Es folgte eine herzliche Begrüßung, die ich gar nicht so erwartet hatte. Er ist wirklich ein sehr sympatischer, netter und lustiger Mensch – und gutaussehend ist er auch noch *lach*


Der Weg zum Baseball Stadion war nicht sonderlich lang. Etwa 10 bis 15 Minuten. Währenddessen haben wir uns über alles mögliche unterhalten – auf einem lustigen Mix aus Japanisch und Englisch. Seine Frau war im totalen Fan-Outfit gekleidet. Highlight war natürlich der Rilakkuma-Handtuch-Schal. Eigentlich wollten wir im Kombini etwas kaufen, doch der war aufgrund der vielen Fans so voll, dass wir da wieder raus sind. Wir haben uns dann bei einem der Stände direkt vorm Stadion noch etwas zu Trinken geholt. Osedo meinte dann, ich solle mir etwas von den Fanartikeln aussuchen. Das wolle er mir schenken. Da ich aber wusste, dass mein Koffer schon übervoll war, habe ich mich nur für ein paar Klangstöcke (nennt man die so?) entschieden.


Vor dem Einlass in das Stadion mussten wir unsere Getränke aus Dosen und Flaschen noch in große Becher abfüllen – denn Becher kann man nicht ins Spielfeld werfen, die fliegen weg. Dafür gab es extra einen Stand, der einem die Becher gegeben hat und dann den Müll entsorgt. Ich war mal wieder von Japan beeindruckt. In Deutschland muss man seine Getränke meist wegschmeißen.

Ich war zum ersten Mal beim Baseball. Nach einer Weile hatte ich dann auch die Spielregeln soweit verstanden und es hat wirklich Spaß gemacht. Natürlich waren wir für die Hiroshima Carps – die am Ende auch gewonnen haben. Zwischendurch haben wir eine Runde gedreht und uns das Feld von allen Seiten angesehen. Vor allem die Maskottchen waren mal wieder niedlich.


Da für uns ein Tisch zum Okonomiyaki essen reserviert war, konnten wir nicht bis zum Schluss bleiben. Aber bis zum Highlight mussten wir warten, meinte Osedo zu mir. Das war, als alle riesige Luftballons aufbliesen – er hatte da als Saxophonespieler einen gewissen Vorteil *lach* - und dann nach Erklingen der Teamhymne alle gemeinsam nach oben sausen ließen. Irgendwie skurril und lustig zugleich. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Weil wir schon spät dran waren, ging es mit dem Taxi weiter. Auf dem Weg haben wir an ihrer Wohnung angehalten, weil sie noch etwas holen wollten – ein Geschenk für mich, wie sich dann herausstellte. Wir sind in ein kleines Okonomiyaki-Restaurant gegangen, welches wohl Bekannten gehörte. Später sollten auch noch die Eltern von Osedo eintreffen, die aber noch im Stadion waren. Wir haben dann schon mal bestellt. Calpis Sour und Okonomiyaki Hiroshima Art.

Ich kannte bisher ja nur das „normale“ Okonomiyaki, wie es in Tokyo, Osaka und im großen Rest Japans bekannt ist. Das in Hiroshima war dann aber doch um einiges anders. Es wird zwar auch eine Mischung aus Weißkohl, Mehl und Ei zuerst gebraten und dann noch Schweinefleisch drauf gelegt - allerdings kommen da später noch gebratene Nudeln, Spiegelei und ganz viele Frühlingszwiebeln drauf. Wirklich superlecker! Allerdings war ich nicht wirklich hungrig, so dass ich mein Okonomiyaki gar nicht geschafft habe. Es wurde mir dann zum Mitnehmen eingepackt.


Es war dann noch ein ganz angenehmer Abend mit der ganzen Familie und wir hatten sehr viel Spaß. Natürlich ging es auch ums deutsche Bier. Am Ende wurden noch Geschenke verteilt und ein Abschiedsfoto mit allen geschossen. Ich darf mich jetzt als glücklicher Besitzer einer CD von OsedoChishima schätzen – sogar mir Autogrammen. Und im Booklet sieht man die Kulissen von Jena ♥ Vielen Dank nochmal!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...